Es geht los!

Erste Erschließungsarbeiten für Heinrich-Pesch-Siedlung starten

Am 5. Oktober 2020 stimmte der Ludwigshafener Stadtrat dem Bau der Heinrich-Pesch-Siedlung zu, seit Ende Dezember besteht für diesen Bebauungsplan Rechtskraft. „Mit den Rodungsarbeiten laufen jetzt die ersten sichtbaren Vorbereitungen für die Siedlung“, sagt der Geschäftsführer der HPS Verwaltungs GmbH, Ernst Merkel. Gebüsch, Unterholz und auch Bäume in den künftigen Straßentrassen werden gerodet, damit der Kampfmittelräumdienst (Firma Safelane) anschließend das Areal auf Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg untersuchen kann.

Habitat für Eidechsen

„Außerdem erleichtern die Rodungsarbeiten und das Freischneiden auch das Abfangen der Eidechsen, die dort in einzelnen Bereichen leben“, erläutert Ernst Merkel. Derzeit wird für die Reptilien ein neues Habitat vorbereitet – sie sollen im März/April auf eine Dreiecks-Fläche südlich der Straßenbahntrasse umgesiedelt werden. Die gesamten Arbeiten werden dort von unserem offiziellen ökologischen Baubegleiter, Dr. Friedrich Wilhelmi, überwacht.

An der Frankenthaler Straßen werden in der kommenden Woche außerdem zwei große Platanen gefällt. „Dort werden zukünftig die neuen Straßen in die Frankenthaler Straße einmünden“, erklärt Ernst Merkel. „Der Eingriff in die Natur soll so gering wie möglich ausfallen“, betont er. Auf verschiedenen Ausgleichsflächen unter anderem südlich der Straßenbahnlinie, westlich des Holz’schen Weihers in der Gartenstadt und in Oppau erfolgen daher auch in diesem Jahr bereits Neupflanzungen.

Siedlungsprojekt mit sozialem und ökologischen Anspruch

„Mit dem Start der Rodungsarbeiten machen wir einen weiteren Schritt in Richtung Verwirklichung dieses Siedlungsprojekts, das für uns vor allem mit Blick auf den sozialen und ökologischen Anspruch etwas Besonderes ist“, sagt Dekan Alban Meißner. Die katholische Gesamtkirchengemeinde Ludwigshafen gehört zusammen mit dem Heinrich Pesch Haus zu den Initiatoren der Siedlung.

Die Rodungs- und Sondierungsarbeiten werden voraussichtlich bis Ende März/Anfang April dauern. Anschließend stehen mit dem Kanal- und Straßenbau weitere Erschließungsarbeiten an, die bis Mitte 2022 dauern werden. Der Baubeginn für die Kita und die ersten Wohnhäuser wird voraussichtlich im 3. oder 4. Quartal 2022 sein.

580 Wohnungen für bis zu 1500 Menschen

Auf dem zehn Hektar großen Gelände westlich des Heinrich Pesch Hauses sollen 580 Wohnungen für bis zu 1500 Menschen entstehen. Vor drei Jahren begannen die ersten Planungen für diese Nachbarschaft, in der es um mehr als nur Wohnen geht: Dazu trägt nicht nur die Mischung aus Miet- und Eigentumswohnungen für alle gesellschaftlichen Schichten und Generationen bei, sondern auch das soziale Konzept. Das haben die Initiatoren der Siedlung erarbeitet. Ein Begegnungshaus, ein Tante-Emma-Laden und ein Café, die sich um einen zentralen Platz gruppieren, sollen das Miteinander der Bewohner*innen fördern. Concierge und Quartiersmanager werden Ansprechpartner für die Bewohner in der verkehrsberuhigten Siedlung sein.

Gelingende Nachbarschaften

„Wir möchten mit der Siedlung zeigen, was Zusammenleben in einer von Vielfalt geprägten Gesellschaft lebenswert macht, wie Nachbarschaften gelingen können, die diese soziale Vielfalt nicht negieren, sondern als Ressource für menschlich gelingendes Leben betrachten. Und wie dieses Zusammenleben gelingen kann, so dass die Ressourcen der Natur möglichst geschont werden“, erläutert der Direktor des HPH, Tobias Zimmermann SJ. „Daher soll das innovative Wohnkonzept von einem ökologisch hochwertigen, nachhaltigen Energiekonzept begleitet werden“, ergänzt Projektsteuerer Dr. Michael Böhmer

Das Gelände wird in fünf Bauabschnitten erschlossen. Es haben bereits viele Investoren ihr Interesse an der Siedlung bekundet. „Im Rahmen von Investorenworkshops wollen wir für die einzelnen Bauabschnitte leistungsstarke Investoren gewinnen, die zum einen eine gute Architektur bieten, aber auch den Willen haben, das besondere soziale Konzept dieser Siedlung zu unterstützen“, so Ernst Merkel. (ako)